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Biographie
Senta Berger erblickt am 13.05.1941, einem kalten Maitag, im Lainzer Krankenhaus (Wien, Österreich) das Licht der Welt. Als die Mutter mit ihr nach Hause kommt, wird noch einmal der eiserne Ofen angeheizt, damit das kleine Mädchen nicht frieren muß.
Das Haus, in dem Senta aufwächst, liegt ihr immer sehr am Herzen; es steht übrigens immer noch unverändert wie vor 50 Jahre in der Lainzerstraße 148 in Wien.

Sentas Vorfahren kommen aus Ungarn und Jugoslawien. Ihre Mutter ist eine starke Frau, von der Senta selbst ihre Stärke und ihre Liebe zur Natur geerbt hat.
Sentas künstlerische Begabung kommt von ihrem Vater. Er ist Musiker, hat die Musikhochschule besucht, spielt sehr gut Klavier und komponiert gerne, besonders Wiener Lieder. Doch er hatte nicht den Mut, seine Neigung zur Profession zu machen.

Vielleicht gerade aus diesem Grund versucht der Vater, es Senta leicht zu machen, ihren Traum, zum Theater zu gehen, zu verwirklichen. Das bescheidene und verständnisvolle Elternhaus sorgt dafür, daß ihre Tochter nichts entbehren muß. Bei aller Armut wird am Kind nicht gespart.

Die kleine Senta kann schon im Alter von ca. 4 Jahren Noten lesen, und tritt regelmäßig mit ihrem Vater und seinem kleinen Trio in einem damals berühmten Wiener Wirtshaus, dem "Eder" auf. Dort gibt es eine kleine Bühne, der Vater spielt Klavier und Senta singt.

Mit fünf Jahren fängt das kleine Mädchen an zu tanzen. Ihre ersten Tanzschritte werden ihr im elterlichen Haus von Jenny, einer Weißrussin, die vor der Roten Armee geflohen war, beigebracht.
Danach besucht Senta die Tanzschule der Dia Luca und später die Ballettschule der Rosalia Kladek.
Der Ballettunterricht bei Rosalia Kladek nimmt ein abruptes Ende, als Senta in die Pubertät kommt. Ihre geistige und auch physische Veränderung in dieser Zeit führen zu Demütigungen durch die Lehrerin und machen für Senta den Ballettunterricht unerträglich.

Sie gibt ihren ursprünglichen Traum, Tänzerin zu werden, auf und beschließt, stattdessen Schauspielerin zu werden.

Ab Frühjahr 1956 nimmt Senta dreimal im Monat Schauspielunterricht bei Dorothea Neff, und die ist es schließlich, die Senta dazu animiert, ins Besetzungsbüro der Sascha-Filmgesellschaft zu fahren, wo Willi Forst ein paar Schulmädchen für einen neuen Film sucht. Das ist im April 1957, und Senta bekommt die Rolle.

Zehn Tage Drehzeit bei dem großen alten Wiener Meister der leichten Unterhaltung, neben Stars wie Adrian Hoven, Erika Remberg und dem großen alten Wiener Charakterdarsteller Hans Moser. Senta darf sogar einen Satz sprechen: "Sie kommt!" - und dann kann sie auf der Schulbank Boogie tanzen.

Willi Forsts "Die unentschuldigte Stunde" hat Folgen: Senta will jetzt nicht mehr aufs Gymnasium, und ihre Eltern gestehen ihr zu, dieses nach der 6.Klasse abzubrechen. 1957 bewirbt sich Senta am Max-Reinhardt-Seminar, der berühmten Schauspielschule in Wien - und wird aufgenommen.

In den Ferien vor Studienbeginn dreht sie noch eine kleine Rolle in einem Film unter der Regie von Hans Quest: "Die Lindenwirtin vom Donaustrand". Als Zimmermädchen darf sie ein paar Sätze sprechen. Das sind Glücksmomente für die junge Senta.

Senta hat nicht die Flausen von einer großen Starkarriere im Kopf, sie will ganz einfach zum Theater, für ihre Familie schon hoch genug, und auch für sie selbst ein ganz hohes Ziel - sagt sie.
Doch schon nach kurzem ist diese wunderbare Zeit vorbei, Senta wird aus dem Reinhardt-Seminar entlassen - nicht etwa wegen mangelnder Begabung, sondern weil sie gegen die strengen Regeln dieser berühmten Schule verstieß: Sie hat ein Rollenangebot in dem Anatole-Litvak-Film "Die Reise" angenommen - ohne sich zuvor die Genehmigung des Direktors zu holen.

Mutig versucht die junge Senta, den Rauswurf beim Unterrichtsminister rückgängig zu machen - doch ohne Erfolg.
Für Senta stellt diese Zeit eine entscheidende Situation in ihrem Leben dar - zum ersten mal ist sie völlig auf sich alleine gestellt, sie hängt sozusagen in der Luft.

Doch "Die Reise" ist die erste Begegnung mit Hollywood. Später übernimmt Senta in Ernst Marischkas Franz-Werfel-Verfilmung "Der veruntreute Himmel" mit Annie Rosar einen kleinen Part. Dann kommt ein Anruf von Ernst Haeussermann, damals noch Chef des Theaters in der Josefstadt. Er bietet ihr eine Rolle in Luigi Pirandellos "Heinrich IV" an. Mit 17 Jahren ist sie das jüngste Ensemblemitglied an dem renommierten Theater, doch Senta zieht es mehr zum Film.

Im Sommer 1959 spielt sie unter der Regie von Wolfgang Liebeneiner in der Komödie "Ich heirate Herrn Direktor". Als der Film auf das Festival von Mar del Plata nach Argentinien eingeladen wird, trifft Senta Berger dort unter anderem Bernhard Wicki, der sein "Wunder des Malachias " vorbereitet. Für die weibliche Hauptrolle hält Wicki Senta zwar für zu jung, schreibt ihr aber eigens eine kleine Rolle ins Drehbuch.

Doch bevor dieser Film gedreht wird, kommt Artur Brauner zum Zug. Er bereitet gerade seinen "Schweijk" vor und sieht in ihr die ideale Gretl. Regisseur Axel von Ambesser und Heinz Rühmann sind einverstanden, und Senta bekommt die Rolle in dem Film "Der brave Soldat Schweijk".

Dann gibt es ein Interim mit Richard Widmark, der in Wien "Geheime Wege" dreht - mit Senta Berger als blondes Gretchen des donaustädtischen horizontalen Gewerbes. Danach kommt ein langfristiger Vertrag mit Artur Brauner zustande. Doch mit den Rollen ist Senta nicht einverstanden: Musikfilme mit wenig Variationsbreite. Sie vermißt die Abwechslung. Dafür ist Maria Brauner, die Frau des Produzenten, für die junge Schauspielerin eine große Hilfe.

Senta steht an der Seite von O.W. Fischer und Eva Bartok mit dem Mario-Simmel-Zweiteiler "Es muß nicht immer Kaviar sein" und "Diesmal muß es Kaviar sein" vor der Kamera, und mit diesem Film gelingt ihr der große Durchbruch.

Mit dem Simmel-Film und zwei Krimis von Werner Klingler, einer britisch-deutschen Produktion, sowie dem erfolgreichen Ärztefilm "Frauenarzt Dr. Sibelius" an der Seite von Lex Barker, gehört Senta Berger 1962 zu den meistbeschäftigten deutschsprachigen Schauspielerinnen.

Senta versucht, aus dem Vertrag mit Brauner herauszukommen, aber Brauner reagiert unverständig, beleidigt und verklagt sie 1963 schließlich auf 400.000 DM Schadenersatz. Da lenkt Senta ein, und dreht noch einen Film, um Brauner zufriedenzustellen: "Lange Beine, lange Finger" (1966).

Im Jahre 1962 spielt sie unter der Regie von Steve Previn in einem Film über den Walzerkönig Johann Strauß. Der Film heißt "The Waltz King", und hier ist Senta Berger einer der Stars. Später arbeitet Carl Foreman in Europa an seinem Kriegsepos "Die Sieger", und Senta bekommt die Rolle der Trudi, ihre dritte Rolle in einem amerikanischen Film.

Nach ihrem Erfolg in "Die Sieger" holt Richard Widmark Senta nach Hollywood, das in der Kino-Krise der 60-er Jahre nach jungen Europäerinnen sucht. Noch einmal möchte man hier an die glanzvollen 30-er Jahre anknüpfen.
Mit dem Start in Hollywood gehört Senta zu den Weltstars. Sie spielt an der Seite von Charlton Heston, Kirk Douglas, Frank Sinatra, Yul Brynner, John Wayne, Dean Martin und anderen berühmten Hollywood-Größen, und ist ein beliebter Gast in Johnny Carsons berühmter Talk-Show.

Senta bekommt eine attraktive Titelrolle in einer neuen Serie angeboten, doch sie müßte sich für fünf Jahre verpflichten, was ihr damals als viel zu lange Zeit erscheint. Unter der Regie von Michael Anderson dreht sie noch den US-Agententhriller "The Quiller Memorandum" und damit ist ihr Hollywood-Interim abgeschlossen.

1963 lernt Senta bei Dreharbeiten zu dem Film "Jacky und Jenny" den Schauspieler, Arzt und Regisseur Michael Verhoeven, Sohn des Schauspielers und Regisseurs Paul Verhoeven, kennen und lieben.
1965 gründen die beiden die Sentana-Filmproduktion und am 26. September 1966 geben sie sich das Ja-Wort.

Gemeinsam produziert das Ehepaar viele engagierte und international preisgekrönte Filme, wie z.B. "Die weiße Rose", "Das schreckliche Mädchen" oder "Mutters Courage".
1970 tritt Senta Berger erstmals in einer der eigenen Produktionen auf, in Michael Verhoevens "Wer im Glashaus liebt".

1967 dreht Senta einige Filme in Frankreich, und über diese Station kommt sie schließlich nach Italien, wo sie sich in den nächsten Jahren eine zweite Karriere aufbaut. Senta genießt die Zeit in Italien sehr, da dieser Aufenthalt für sie nach den Jahren in Amerika einen "wunderbaren Kulturschock" darstellt.
In Italien dreht sie neben einigen Klamotten ("Als die Frauen Schwänze hatten",...) und Abenteuerfilmen eine ganze Reihe vielversprechender Filme, von denen die meisten im deutschsprachigen Raum aber nicht zu sehen waren.

Durch die Geburt ihrer beiden Söhne, Simon und Luca, gewinnt das Theater in Sentas Leben wieder an Bedeutung, da es sich mit der neuen familiären Situation besser vereinbaren läßt. Senta Berger spielt am Wiener Burgtheater, am Hamburger Thaliatheater und am Schillertheater in Berlin. Von 1974 bis 1982 steht sie bei den Salzburger Festspielen als Buhlschaft in "Jedermann" auf der Bühne - neben Curd Jürgens und dann Maximilian Schell in der Titelrolle.

Mit Helmut Dietls Kultserie "Kir Royal" schafft Senta 1985/86 dann das große Comeback im deutschsprachigen Raum. Die Rolle der Mona - Freundin des Klatsch-Kolumnisten Schimmerlos, die plötzlich die Chance bekommt, ihren Mädchentraum zu verwirklichen - ist ihr auf den Leib geschrieben.
Senta, die mit einem Song aus "Kir Royal" Erfolg hat, wird auch wieder Chansons singen, wird Lesungen machen.

Schnell steigt sie zur beliebtesten deutschen Fernsehheldin auf. Auch als temperamentvolle Münchner Taxifahrerin in der 1989 von ihr mitgeschaffenen Serie "Die schnelle Gerdi", unter der Regie ihres Mannes Michael Verhoeven, kommt sie beim Fernsehpublikum gut an.

1991 beeindruckt Senta in Frank Beyers zweiteiligem Ehedrama "Sie und Er"; für ihre Darstellung erhält sie den Telestar als beste Schauspielerin.

Es folgen so erfolgreiche Serien wie "Lilli Lottofee" (1992) oder die Ärzte-Reihe "Dr. Schwarz und Dr. Martin" (1994-1996), in der Senta Berger mit Friedrich von Thun als nicht immer konfliktfreies Ärzte-Duo praktiziert.

1998 übernimmt Senta eine Rolle in Sandra Nettelbecks aufsehenerregendem Debütfilm "Mammamia", und ist - wiederum an der Seite von Friedrich von Thun - in dem TV-Vierteiler "Liebe und weitere Katastrophen" zu sehen.
Außerdem verkörpert sie die Unna in dem Kinofilm "Bin ich schön?" nach Doris Dörries Erfolgsroman.

Auch 1999 macht Senta keine Pause: sie dreht neben "Zimmer mit Frühstück" und dem Rosamunde Pilcher-Film "Das große Erbe" auch den Film "Trennungsfieber", der im März 2000 im ZDF ausgestrahlt wird.

Die Heldinnen, die sie verkörpert sind positiv, ehrlich, lebensklug, erotisch und - immer noch schön. Senta Berger spielt heute sich selbst und trifft damit den Zeitgeist genau. Sie etabliert im Fernsehen ein ganz neues Frauenbild, mit dem sich viele Frauen identifizieren: die reife, kluge und schöne Frau über 50. Dazu gehört Mut und den hat sie - keine Frage.